Gemeinsam mit dem Branchennetzwerk games:net Berlin-Brandenburg und in Kooperation mit der HTW Berlin und der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe habe ich für die bündnisgrüne Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus am 11. Januar 2019 mit Vertreter*innen aus der Games-Branche, interessierte Institutionen und regionale Akteure eingeladen, den Standort Oberschöneweide zu erkunden und über die Idee eines GameshubBerlin – also einen zentralen Branchenstandort für Entwickler*innen von Videospielen – ins Gespräch zu kommen. Über 30 Teilnehmer*innen folgten dem Aufruf zum “Dialogspaziergang” der Fraktion und kamen an verschiedenen Stationen des Rundgangs mit uns gamespolitisch in Gespräch.

Einen ausführlichen Bericht gibt es auf www.gruene-fraktion.berlin.

Den Startschuss machte die offizielle Begrüßung durch Stefan Ziller, digitalisierungspolitischer Sprecher der Fraktion. In den Räumen des DE:HIVE des Studiengang “Game Design” an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin führte er in den Programmablauf ein und sprach dabei über die Perspektive der Games-Branche in Berlin als auch über den Wissenschaftsstandort Schöneweide. Die Leiter des Studiengangs, Prof. Susanne Brandhorst und Prof. Thomas Bremer, gaben dann nach ihrer Begrüßung einen Überblick über die Entwicklungen an der HTW Berlin und einen spannenden Einblick in die im Ausbau befindlichen Räumlichkeiten des DE:HIVE.

Im weiteren Verlauf des Dialogspaziergangs besichtigte die Gruppe dann den Aussichtsturm des Technologie- und Gründerzentrums Spreeknie, mit einem atemberaubenden, verregneten Ausblick auf den ehemaligen Elektropolis-Standort, seine vielen historischen Industriegebäude und den geschwungenen Bogen der Spree. Das Regionalmanagement Süd-Ost erläuterte in einem spannenden Vortrag die vielen Vorzüge des Arbeits- und Wohngebietes Oberschöneweide und benannte die aktuellen Herausforderungen, insbesondere die infrastrukturelle Anbindung. Bei einem kurzen Spaziergang zum Gelände der HTW wurden außerdem verbliebende Freiflächen vorgestellt, die in diesem Gebiet noch vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten bieten.

Pünktlich zum Lunch trafen die Teilnehmer*innen dann im Gebäude H001 der HTW ein. Hier begrüßte Christian Rickerts, Staatssekretär für Digitalisierung in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe, die Anwesenden und begrüßte die Initiative, über die Fortentwicklung der Games-Branche in Berlin konkret an der Idee des GameshubBerlin zu diskutieren. Der erste Input-Vortrag kam von Berliner Entwicklern, die Rahmenbedingungen für ihre Vision präsentierten. Danach berichtete Johannes Brauckmann vom Cologne Games Haus über die ersten Erfahrungen des jungen Projekts “auf der falschen Rheinseite”.

Staatssekretär Christian Rickerts leitete dann in die offene Diskussion ein. Einig waren sich alle, dass der Bedarf für einen einheitlichen, zukunftssicheren und skalierbaren Standort vorhanden ist. Die Wartelisten bei bestehenden Projekten sind lang, die Synergieeffekte sind schon auf dieser Ebene deutlich spürbar. Es wurde über die verschiedenen Perspektiven, Anforderungen und Arbeitsrealitäten gesprochen und zuweilen auch leidenschaftlich debattiert – es kristallisierte sich heraus, dass eine grundlegende Entscheidung zwischen Kreativkommune oder digitalem Produktionsstandort notwendig ist und hier aus der Branche selbst klar unternehmerische und institutionelle Verantwortung übernommen werden muss. Bei klaren Konzepten kann das Land Berlin fördernd das Projekt eines GameshubBerlin begleiten. Die Akteure gingen mit klaren Arbeitsaufträgen aus dem Gespräch und waren sich einig, das die nächsten Schritte zügig folgen sollten.

Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen schaut Stefan Ziller zufrieden auf die Veranstaltung zurück: “Wir haben mit dem Dialogspaziergang zu einem Games Hub in Berlin die vielen interessierten Beteiligten aus Branche und Stadtgesellschaft zusammengebracht. Mit Oberschöneweide haben wir hier einen Ort vorgestellt, der mit seiner einzigartigen Verknüpfung aus historischen Industrieflächen und wissenschaftlichem Fokus durch die HTW Berlin beweist, dass unsere Stadt auch außerhalb des S-Bahn-Rings tolle Potenziale hat. Wir werden auch weiterhin diesen Prozess unterstützen.”

Schon seit Jahren arbeitet die bündnisgrüne Fraktion im gamespolitischen Bereich und setzt sich für eine Stärkung der Rahmenbedingungen für die Branche in der Stadt ein. Zum dritten Mal in Folge lädt die Fraktion auch in diesem Jahr im Rahmen der gamesweekberlin zum Dialog über Videospiele und Kultur ins Abgeordnetenhaus ein und organisiert seit 2016 den “Berlin Games Breakfast” mit vielen Anspielstationen von Berliner Entwicklungen im Parlament. Im Bereich des eSport hat die Fraktion einen Beschluss verabschiedet: eSport ist Sport.

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