Die Renaturierung der Wuhle ist ein uns seit Jahren bewegendes Thema. Aus einer aktuellen Anfrage an den Senat geht hervor, dass derzeit die Vorplanungsunterlagen für den zweiten Teil der Renaturierungsmaßnahmen erstellt werden. Die Maßnahmen zur Renaturierung erfolgen im Rahmen der Zielsetzung der Europäische Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Diese sieht vor, dass bis spätestens 2027 für die Gewässer ein guter ökologischer Zustand bzw. ein gutes ökologisches Potential erreicht werden soll. Um dieses Ziel für die Wuhle zu erreichen, wurde bereits 2013 ein Gewässerentwicklungskonzept (GEK) erstellt.

Konkrete Ergebnisse dieser Planungen sollen im ersten Quartal 2020 öffentlich gemacht werden. Einige Maßnahmen hatte der Senat bereits im Jahr 2018 auf Anfrage benannt. Aktuell sehen die Planungen folgende Maßnahmen zur Renaturierung der Wuhle vor:

  • Einbau von wechselseitigen Bermen, d.h. horizontalen Flächen die die Uferböschung in mehrere Abschnitte unterteilt, so dass diese Stufenweise ansteigt; damit wird eine Strömungsdiverstität sowie eine höhere Fließgeschwindigkeit erreicht
  • durch die Anlagerung von Totholz am Ufer soll dieses für eine Besiedelung verschiedener Tiere und Arten attraktiv werden
  • Maßnahmen zur Verbesserung der sogenannten ökologischen Durchgängikeit, d.h. das Wandern und den Aufstieg für Fische und andere Organismen durch verschiedene Lebensräume auch bei Niedrigwasser zu ermöglichen
  • eine Anhebung der Grundsohle des Gewässers zur besseren Verbindung von Gewässer und angrenzender Aue
  • eine Neutrassierung, d.h. Neueinfassung von Flächen, die nach der Eigendynamik des Gewässers Entwicklungen ermöglichen
  • die Herstellung von Sekundärauen
  • Einbau von horizontalen Ufertrassen um den Abfluss von Fließgewässer zu verhindern bzw. zu vermindern
  • Gehölzbepflanzugnen zur Beschattung und Verbesserung der Uferstrukturen

Über die Umsetzung der WRRL hinaus arbeitet die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz an der Umsetzung des Leitprojektes Biotopverbund Wuhletal im Rahmen der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption (GAK) durch das Berliner Ökokonto. Ziel der Gesamtstädtischen Ausgleichskonzeption (GAK) ist der Aufbau eines Berliner Ökokontos, mit dem vorgezogene Kompensationsmaßnahmen durch das Land Berlin umgesetzt werden können. Eines der Leitprojekte ist dabei der „Biotopverbund Wuhletal“, das die nördlichen Abschnitte des Wuhletals im Bezirk Marzahn-Hellersdorf umfasst, inklusive der angrenzenden Freiräume der Ahrensfelder Berge, des Kienbergs und der Biesdorfer Höhe. Der extensiv gepflegte und als Erholungslandschaft intensiv genutzte Grünzug Wuhletal soll mit dem Ziel des Arten- und Biotopschutzes bzw. in seiner Bedeutung für den Biotopverbund qualifiziert werden.

Als erster Schritt wurde das „Entwicklungs- und Maßnahmenkonzept für das Gebiet um Kienberg, Wuhletal und Jelena-Santic-Friedenspark“ als Pilotprojekt zur Aufwertung von Natur und Landschaft erarbeitet. Mit der Maßnahmenumsetzung soll bereits in 2020 begonnen werden. Es sind u.a. folgende konkrete Maßnahmen geplant:

  • Aufbau von strukturreichen Waldrändern
  • Aufwertung von vorhandenen Waldbeständen
  • Anlage und Entwicklung von Wiesen
  • Offenhaltung und Entwicklung von Lichtungen und Waldwiesen
  • Anlage von Baumpflanzungen
  • Pflege von vorhandenen Grünflächen durch extensive Mahd
  • Pflege von vorhandenen Grünflächen durch extensive Beweidung
  • Aufwertung vorhandener Gehölzbestände
  • Anlage von Hecken und Feldgehölzen
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