Gemeinsam mit der bündnisgrünen Fraktionsvorsitzenden Silke Gebel besuchte ich am 08.06.2018 in Hellersdorf ein Familienzentrum, das Umweltbildungszentrum Kienberg, das Freilandlabor Marzahn sowie am Nachmittag in Marzahn das Projekt „Respekt und Halt“ zur Unterstützung von Obdachlosen Menschen in Marzahn-Hellersdorf. Soziale Herausforderungen in der Familienhilfe, Wohnungslosigkeit sowie Umweltbildung waren unsere Themen vor Ort.

Familienzentrum Pro Nobis

Das „Haus Aufwind“ als Kinder- Jugend- und Familienzentrum beherbergt seit 2012 verschiedene Angebote zur Unterstützung von Familien. Träger des Hauses ist JAO. Das Haus Aufwind besteht seit knapp 20 Jahren und bietet integrative, flexible und sozialräumlich organisierte Hilfe unter einem Dach an. Darüber hinaus gibt es Kooperationen mit Kitas sowie eine intensive Netzwerkarbeit im Bezirk. Ziel ist es, die Familien und jungen Menschen in ihrer Lebenssituation zu stärken. Dazu zählen im Bereich ambulanter Hilfen zur Erziehung zum Beispiel Familienhilfe, ambulante einzelfallbezogene Hilfen oder auch Beratung und Unterstützung bei der Beantragung integrativer Lerntherapien. Im Familientreff Pro Nobis gibt es darüber hinaus Angebote wie offene Eltern-Kind-Gruppen oder Krabbelgruppen. Zudem zählen Kinder und Jugendangebote wie Hausaufgabenhilfe oder ein Zirkusprojekt zum Haus. Die Angebote sind kostenlos.

Der Besuch hat mich darin bestärkt, dass heute jede Kita ein Familienzentrum in der Nähe braucht. Aus dem Gespräch habe ich mitgenommen, dass jeweils auf fünf Kitas ein Familienzentrum als Koopertionspartner ein geeigneter Weg wäre. Familienzentren als freies und damit niedrigschwelliges Angebot sind eine wichtige Ergänzung der (Einzelfall-)Hilfen zur Erziehung. Sie bauen die Brücken und sind Grundlage für die dauerhafte und langfristige Unterstützung von Familien. Im neuen Familienförderungsgesetz wollen wir uns dafür einsetzen, dies auch gesetzlich zu verankern. Schnell lösen müssen wie die Probleme im Jugendamt. Die Arbeitsbelastung ist zur Zeit deutlich zu hoch: statt 60 Fälle haben die Mitarbeiter*innen in Marzahn-Hellersdorf im Schnitt 140 Fälle zu bearbeiten. Dies muss sich ändern!

Stadtteilmütter

Seit kurzem gibt es auch in Hellersdorf eine Stadtteilmutter. Trotz eines geringen Stundenbudgets ist sie bereits Kommunikatorin im Stadtteil. Bündnisgrünes Ziel bleibt es, dass Projekt Stadtteilmütter unabhängig vom Migrationshintergrund für alle Bewohner*innen auszubauen. Dafür setzen wir uns in der BVV und im Abgeordnetenhaus weiter ein.

Umweltbildungszentrum am Kienberg

Unser nächstes Gespräch führte uns zum Umweltbildungszentrum (UBZ), das seit der IGA 2017 besteht. Für Bündnis 90/Die Grünen war eine langfristige und nachhaltige Etablierung des Umweltbildungszentrums eine Voraussetzung für die Zustimmung zur IGA in unserem Bezirk.

Der Naturerfahrungsraum am Kienberg ist einer von drei NERs in Berlin. Er ist ein eigenständiges Projekt der Stiftung Naturschutz, das pädagogisch durch das Umweltbildungszentrum und die Hochschule in Eberswalde betreut wird. Der NER soll auch jetzt nach der IGA dauerhaft erhalten bleiben. Das Umweltbildungszentrum wächst langsam aber sicher in die Strukturen des Bezirks hinein. Dazu dient auch der bereits seit vier Jahren bestehende Runde Tisch Umwelt und Umweltbildung unter der Leitung von Herrn Helmut Hermes, Koordinator der Lokalen Agenda 21. Auch das Netzwerk Umweltbildung im Bezirk dient diesem Zweck.

Mitgenommen habe ich das bekannte Problem der Tarifgestaltung der Seilbahn. Mit der Seilbahn könnte eine Wegstrecke zwischen Haupteingang und Umweltbildungszentrum gespart und die Erreichbarkeit verbessert werden. Wünschenswert ist, wenn der Betreiber Leitner GmbH ermöglicht, dass Schulklassen und Kitas eine kostengünstige Nutzung der Seilbahn in Kombination der Angebote im Umweltbildungszentrum sowie mit Eintritt in die Gärten der gewährt wird.

Die Terrasse wird gern zum Sonnenbaden genutzt. Die Ausschreibung für ein Catering-Angebot ist aktuell geplant. Ziel ist es, dass sich dieser Caterer an Ort und Themen orientiert und biologisch-dynamisches Essen und Trinken anbietet. Der neu entstandene Naturraum am Kienberg wird damit sicherlich noch mehr als Naherholungsgebiet geschätzt.

Freilandlabor Marzahn

Passend zu unserem letzten Gesprächspartner, besuchten wir anschließend das Freilandlabor Marzahn. Es bietet ein vielfältiges Angebot der Umweltbildung. Das Freilandlabor Marzahn ist ein Projekt und Teil des Netzwerks Umweltschutz. Das Freilandlabor wird als Einrichtung für Umweltbildung von der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz gefördert. Themen sind überwiegend Themen der nachhaltigen Entwicklung sowie viele praktische Angebote für Kindergärten, Vorschulen und Schulen. Die Kinder kommen überwiegend aus dem Bezirk, ca. 180 – 200 Gruppen pro Jahr. Dazu gibt es einen Bienenlehrgarten als Kooperation mit dem örtlichen Imkerverein Wuhletal. Weitere Kooperationen bestehen mit anderen Umweltbildungsinitiativen sowie dem Bunten Haus in Hellersdorf. Das neue Umweltbildungszentrum wird als Veranstaltungsraum genutzt.

Obdachlosenhilfe Respekt und Halt

Die Obdachlosigkeit ist auch in Marzahn-Hellersdorf durch den fehlenden bezahlbaren Wohnraum gestiegen. Seit kurzem gibt es in Marzahn ein neues Projekt der Obdachlosenhilfe. Respekt und Halt bietet wohnungslosen Menschen Beratung und Unterstützung. Eine der ersten Erfahrungen haben die Mitarbeiter*innen mit dem Wohnheim „Neustart“ in der Otto-Rosenberg Straße 4-10 gemacht. Diese Unterkunft für wohnungslose Personen und Familien beherbergt immer mehr Familien. Die ASOG-Einrichtung (ordnungsrechtliche Unterbringung wohnunsloser Menschen nach dem Allgemeinen Sicherheits- und Ordnungsgesetz) seien hierfür ungeeignet. Es fehle den Familien zum Beispiel an gemeinsam genutzten Räumen als sozialem Treffpunkt. Für alle Bewohner fehlen dazu soziale Begegnungsräume außerhalb der Unterkunft. Im Rahmen der Strategiekonferenz Wohnungslosenhilfe setzen wir Bündnisgrünen uns dafür ein, für die ASOG-Unterkünfte eine neue Vertragsgrundlage und damit verbunden auch Qualitätskriterien zu schaffen. Dazu habe ich mitgenommen, wie wichtig eine aufsuchende Arbeit ist, auch um ehemalig Wohnungslose weiter zu begleiten und damit zu verhindern, dass diese ihren zurückgewonnen Wohnraum wieder verlieren.

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