Die Veranstaltung hat gezeigt: die größte Sorge der Anwohner*innen, ist dass ihre Straße zur Rennpiste von Mahlsdorf wird. Das Bezirksamt ist nun in der Verantwortung, die Planungen für die Lemkestraße anzupassen. Das Fachwissen der Bürger hat dabei Hinweise gegeben, wie dies gelingen kann. Politik im 21. Jahrhundert ist gut damit beraten, sich bei Ideen und Planungen von Bürger*innen inspirieren zu lassen.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass es in der Versammlung nicht gelungen ist sachlich über die Anliegen, Planungen und Herausforderungen zu sprechen. Bezeichnend war, dass die große Sorge, dass die Lemkestraße mit Tempo 50 zur Durchgangsstraße wird, erst als letzter Beitrag aus dem Publikum wirklich zur Sprache kam. Auch wenn die etwas hitzige Stimmung es nicht vermuten lässt, bin ich überzeugt, dass Bürger*inneninitiative und Bezirksamt näher beieinander sind als gedacht.

  • Einigkeit besteht im meinen Augen darin, dass um jeden Baum gekämpft werden muss. Hier sollte das Bezirksamt aber das Baumgutachten nochmal gründlich lesen und Wege suchen hier noch mehr Schattenspender zu erhalten.
  • Einigkeit besteht auch, dass der Gehweg saniert werden muss, damit ihn Kinderwagen und Rollatoren auch im Winter sicher nutzen können.
  • Einigungschancen bietet auch das Ziel, dass der historische Charakter – unabhängig von der formalen Fragen des Denkmalschutzes – erhalten bleiben soll. Hier sollten die Anwohner*innen die Vorschläge von Stadtrat Martin im Detail prüfen und dabei zwischen Lärmschutz und historischem Kopfsteinpflaster abwägen. Der Vorschlag die Einfahrten, Parkbuchten und Randstreifen als Kopfsteinpflaster zu erhalten, sollte als Bau einer Brücke verstanden werden.
  • Auch die Frage des Busverkehrs bietet Einigungschancen, denn klar ist: der ÖPNV in Mahlsdorf hat Spielraum nach oben. Ob dazu zukünftig aber nicht auch kleinere Busse, Rufbusse oder neue Ridesharing-Angebote gehören können, sollte ernsthaft geprüft werden.
  • Uneinig scheinen beide Seiten in der Frage von Tempo 30 und Tempo 50. Ich appelliere an das Bezirksamt, die Sorge der Anwohner*innen in dieser Frage ernst zu nehmen. Einen Konsens herzustellen, dass unabhängig von allen anderen Fragen Tempo 30 bleibt, würde das gegenseitige Vertrauen deutlich erhöhen. In diesem Zusammenhang sollten auch über bauliche Elemente zur Geschwindigkeitsreduktion gesprochen werden.

Ich werde mich weiter für eine „intelligente Lösung“ – wie es ein Anwohner als Wunsch zutreffend formulierte – einsetzen. Das Bezirksamt hat angekündigt auf die Anwohner*innen für die weiteren Planungen zu zu gehen. Hoffentlich mit den richtigen Schlüssen aus der Einwohner*innenversammlung.

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