Die Diskussion um Jugendgewalt ist heiß entbrannt. Sie wird in Berlin schon eine Weile geführt, nun sie hat auch Hessens Ministerpräsident Koch für sich entdeckt. In Hessen ist gerade Wahlkampf und sein Kalkül scheint offenkundig. Darf mensch in einer solchen Situation wie Bilkay Öney sagen, dass mensch ihm zuhören müsse und nicht alles gleich abwehren, nur weil er ein CDU-Hardliner sei? Und dazu sagen, dass Erziehungscamps falsch sind und es abzulehnen ist junge ausländische Straftäter schneller auszuweisen, jedoch mehr “intensivtherapeutische Jugendeinrichtungen” benötigt werden und der erzieherische und therapeutische Gedanke im Jugendknast zu kurz kommt?

Ich meine: JA! Viel zu oft ist Politik auf den ideologischen Austausch von Bekanntem beschränkt. Ich fände es wichtig, die Debatte weg von der Herkunft der Jugendlichen hin zu ihrer sozialen Situation zu führen. Denn dabei wird deutlich, dass “Jugendgewalt” auch ein Ergebnis sozialer Ausgrenzung, fehlender gesellschaftlicher Teilhabe und eines Versagens unseres Bildungssystems ist. Wer kennt schon “Schläger vom Gymnasium”?

Die Debatte wird wohl wie bei der Rütli-Debatte laufen. Alle sind sich einig es muss etwas geschehen. Z.B. mehr präventive Jugendsozialarbeit, besonders in Schulen. Dann wird es einen symbolischen Tropfen auf den heißen Stein geben … und das wars dann! Wir BerlinerInnen kennen das ja vom Rot-Roten Senat nur zu gut!

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