Vor 22 Jahren – am 26. April 1986 – ereignete sich die Tschernobylkatastrophe, der Albtraum eines Unfalls in einem Reaktor war wahr geworden. Wie viele Opfer das Unglück gefordert hat und wie viele es noch fordern wird, wird wohl nie genau beziffert werden können. Die Tschernobyl-Katastrophe machte über Nacht Millionen Menschen zu Opfern. Riesige Territorien wurden unbewohnbar. Die radioaktive Wolke zog um die ganze Erde. Nach den Studien des IPPNW (Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges) und der Gesellschaft für Strahlenschutz hat die Katastrophe von Tschernobyl bereits zehntausende Tote sowie hunderttausende Krebs- und andere Erkrankungen verursacht.

Tschernobyl ist jedoch bei vielen Menschen wieder in Vergessenheit geraten oder wird bewusst verdrängt. Ziel von Aktionen am 22. Jahrestag des Geschehens ist es, die Katastrophe in der Öffentlichkeit wieder in Erinnerung zu rufen und darauf aufmerksam zu machen, wie schwer die Menschen und die Natur noch heute und in den nächsten Jahrzehnten unter der radioaktiven Verseuchung zu leiden haben. Die Reaktoren in Deutschland sind zwar eine andere Bauart, wie die in Tschernobyl. Ein Unfall, bei der radioaktive Strahlung austritt, oder gar der Supergau einen AKWs kann auch bei uns durch technisches oder menschliches Versagen jederzeit passieren.

Aktuell wird wieder versucht, Atomkraft als Klimaretter zu verkaufen. Hier müssen wir entschieden dagegen halten. Die Atomkraft ist eine Risikotechnologie und deckt zudem nur wenige Prozent der weltweiten Energieproduktion. Es müssten also hunderte von neuen Atomkraftwerken gebaut werden, obwohl es immer noch kein sicheres Endlager für den vielen hoch giftigen Atommüll gibt.

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