Pläne des Tierparks Berlin

Die Zukunft des Tierparks war immer wieder Thema in meinen Bürger*innensprechstunden. Ich habe die verschiedenen Fragen und Sorgen zum Anlass genommen, den Senat um Auskunft zu den aktuellen Planungen zu bitten. Eine Reduzierung des Tierbestandes findet demnach nicht statt. Der Umbau des Alfred-Brehm-Hauses verzögert sich leider. Mit der Bauausführung der ersten Teilmaßnahmen zur Sanierung der Grundleitungen und Teilrückbau der alten Außenkäfige solle im Frühjahr 2017 begonnen werden. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme sei für das 2. Halbjahr 2018 geplant.

Darüber hinaus gibt es aktuell vorbereitende Maßnahmen für die vorübergehende Sicherung des Haufwerkes (illegale Zwischenlagerung) bis zur Verwertung innerhalb der geplanten Baumaßnahme zur Errichtung einer Himalaya Gebirgslandschaft. Die Durchführung der Baumaßnahme sei im Zeitraum 2017 bis 2019 geplant. Die Aquarien werden mit der Modernisierung der ehemaligen Cafeteria weiterentwickelt. Neben dem notwendigen Rückbau einzelner und vornehmlich aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht mehr zulässiger Kleinaquarien seien in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden und mit Unterstützung des Fördervereins zwei Großaquarienzylinder in das Gebäude integriert worden. Darüber hinaus seien die verbleibenden Wandaquarien größtenteils erneuert und mit energiesparender LED-Beleuchtungstechnik ausgestattet worden.

Eine aktualisierte Auflage des Tierparkführers sei nach Auskunft der Tierpark GmbH in Planung, der Erscheinungstermin stehe jedoch noch nicht fest. Derzeit werde an der Entwicklung einer kostenlosen Tierpark App gearbeitet, die für die Besucherinnen und Besucher Informationen zum Gelände und den Tieren bereitstellen soll.

1. Welche Pläne gibt es zur Entwicklung des Tierparks für die kommenden Jahre?

Die Tierpark GmbH plant die Umsetzung des langfristig angelegten Ziel- und Entwicklungsplans in Abhängigkeit von den zur Verfügung stehenden Mitteln. Mit der Förderung des Landes Berlin konnten bereits erste Maßnahmen zur Attraktivitätssteigerung fertiggestellt werden. Mit öffentlicher Förderung sollen in den kommenden Jahren weitere Maßnahmen, insbesondere die Aufwertungen des bestehenden Dickhäuterhauses und der vielzähligen umliegenden Freianlagen zur Schaffung der Themen und Erlebniszone „Afrika“ umgesetzt werden. Daneben ist die Errichtung der Himalaya Gebirgslandschaft, die Aufwertung der Anlage für südamerikanische Affen, die energetische Sanierung des Verwaltungsgebäudes sowie die Weiterentwicklung und Modernisierung der vorhandenen Infrastruktur des Tierparkgeländes geplant.

2. Hat sich der Tierbestand im Jahr 2016 verringert und wenn ja, welche Tierarten wurden in welcher Anzahl an andere Zoos/Tierparks abgegeben? (Bitte um die Auflistung über die Ab- und Zugänge im Anhang.)

Nach Auskunft der Tierpark GmbH habe sich die Anzahl der im Tierpark gehaltenen Tierarten und Individuen von 6525 Tieren in 762 Arten im Jahre 2015 auf 9018 Tieren in 787 Arten in 2016 erhöht. Die Inventur sei derzeit noch nicht abgeschlossen. Eine Veröffentlichung des zahlenmäßigen Bestandes werde im Geschäftsbericht 2016 erfolgen.

3. Wo können sich Tierpark-Interessierte fortlaufend über Ab- und Zugänge informieren?

Die Tierpark GmbH gibt an, dass die jährlichen Geschäftsberichte, die auf der Website der Tierpark GmbH einsehbar sind, ausführliche Auskünfte über alle Zu- und Abgänge im Tierbestand geben. Wesentliche Veränderungen im Tierbestand werden zudem über die Pressestelle an lokale und überregionale Medien, durch Aushänge an den Eingängen, via Facebook oder die Website bekannt gegeben. Über den Verbleib sehr prominenter Tiere werde auch mittels Beschilderung an den Gehegen informiert.

4. Wie hat sich die Personalausstattung des Tierparks im letzten Jahr verändert?

Nach Auskunft der Tierpark GmbH habe sich die Personalausstattung im Jahr 2016 im Vergleich zum Vorjahr grundsätzlich nicht geändert. Im Rahmen der Neukonzeptionierung und des Ausbaus des Angebotes der Tierparkschule seien jedoch 14 Guides auf Minijobbasis eingestellt worden. Die Tierparkschule erfreue sich sehr großer Beliebtheit und sei essentieller Bestandteil der Bildungsarbeit des Tierparks. Durch diese personelle Neuausrichtung habe das Angebot ausgeweitet und die Qualität deutlich verbessert werden können.

5. Welchen Zeitplan gibt es zum angekündigten Umbau des Alfred-Brehm-Hauses sowie für die neue Anlage für Malaienbären?

Die Tierpark GmbH gibt an, dass sich nach derzeitigem Planungsstand der tatsächliche Sanierungsumfang des Alfred-Brehm-Hauses nicht wie ursprünglich geplant abgrenzen lasse. Für die Planung und Vorbereitung des Umbaus seien umfangreichere Abstimmungen bei erneuter Bewertung der historischen Bedeutung der baulichen Gesamtanlage und unter Beachtung von brandschutztechnisch und bauordnungsrechtlich relevanten Anforderungen erforderlich. Mit der Bauausführung der ersten Teilmaßnahmen zur Sanierung der Grundleitungen und Teilrückbau der alten Außenkäfige solle im Frühjahr 2017 begonnen werden. Die Fertigstellung der Gesamtmaßnahme sei für das 2. Halbjahr 2018 geplant.

6. Wie haben sich die Besuchszahlen von Menschen mit Anrecht auf Ermäßigung nach der Preiserhöhung aus dem letzten Jahr entwickelt?

Auskunftsgemäß habe sich die Anzahl der verkauften Tageskarten mit Ermäßigung in 2016 um -7,6% gegenüber dem Vorjahr verringert. Demgegenüber stehe jedoch eine Erhöhung der verkauften Jahreskarten mit Ermäßigung um +9%. Bei den ermäßigten Preisen für Schülerinnen und Schüler habe es keine Preisanpassung gegeben und auch die kostenlosen Eintritte für Kitas werden weiterhin angeboten. Bei diesen Gruppenkarten habe es im Vergleich zum Vorjahr einen Anstieg von 3% gegeben.

7. Wie ist der aktuelle Sachstand zur Beendigung der illegalen Zwischenlagerung des 55.000 m3 großen Bodenhaufwerkes?

Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz hat mitgeteilt, dass das Umwelt- und Naturschutzamt Lichtenberg als zuständige Bodenschutzbehörde auf der Grundlage der Fortschreibung des Entsorgungskonzeptes der Tierpark GmbH vom 26.09.2016 eine Aussage zur grundsätzlichen Verwertbarkeit einer Teilmenge von 32.000 m3 Bodenmaterial mit Auflagen und Hinweisen getroffen hat. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz stimmt in ihrer Zuständigkeit für illegale Anlagen nach dem BundesImmissionsschutzgesetz (BImSchG) dieser geplanten Verwertung bzw. Entsorgung zu. Nach Auskunft der Tierpark GmbH seien damit die Voraussetzungen für den Verbau des Bodenhaufwerkes gegeben. Aktuell gebe es vorbereitende Maßnahmen für die vorübergehende Sicherung des Haufwerkes bis zur Verwertung innerhalb der geplanten Baumaßnahme zur Errichtung einer Himalaya Gebirgslandschaft. Die Durchführung der Baumaßnahme sei im Zeitraum 2017 bis 2019 geplant. Zudem werde mit Unterstützung eines fachkundigen Ingenieurbüros an der Fortschreibung des Entsorgungskonzeptes nach entsorgungsrechtlichen und wirtschaftlichen Kriterien gearbeitet.

8. Ist es geplant die Aquarien im Tierpark-Restaurant zu erhalten oder auszubauen?

Die Tierpark GmbH gibt an, dass mit der Modernisierung der ehemaligen Cafeteria auch das im denkmalgeschützten Gebäude vorhandene Aquarium weiterentwickelt wurde. Neben dem notwendigen Rückbau einzelner und vornehmlich aus Gründen des Arbeitsschutzes nicht mehr zulässiger Kleinaquarien seien in Zusammenarbeit mit den Denkmalbehörden und mit Unterstützung des Fördervereins zwei Großaquarienzylinder in das Gebäude integriert worden. Darüber hinaus seien die verbleibenden Wandaquarien größtenteils erneuert und mit energiesparender LED-Beleuchtungstechnik ausgestattet worden. Derzeit gebe es folgende Aquarien: ein Amazonasbecken, jeweils fünf Süßwasser- und Salzwasseraquarien, davon zwei große Riffbecken und zwei Großzylinderbecken. Es werden 94 Arten, 64 Fische und 30 Wirbellose in diesen Becken gezeigt.

9. Wann wird es eine neue aktualisierte Auflage des „Tierparkführers“ geben?

Eine aktualisierte Auflage des Tierparkführers sei nach Auskunft der Tierpark GmbH in Planung, der Erscheinungstermin stehe jedoch noch nicht fest. Derzeit werde an der Entwicklung einer kostenlosen Tierpark App gearbeitet, die für die Besucherinnen und Besucher Informationen zum Gelände und den Tieren bereitstellen soll.