Am Donnerstag hat auf Initiative von Bündnis 90/Die Grünen in Marzahn Nord eine Einwohnerversammlung zum Thema: „Verkehrsentwicklung Marzahn-Nord/Ortsumfahrung Ahrensfelde – Stand der Umsetzung“ stattgefunden. Die überwiegende Mehrheit der Einwohner*innen hatte dabei eine klare Botschaft an die politisch Verantwortlichen: die Trasse durch die Klandorfer Straße muss vom Tisch und das Land Berlin seiner finanziellen Verantwortung für eine vernünftige alternative Linienführung für eine Ortsumfahrung Ahrensfelde gerecht werden. Mit Unverständnis nahmen die Anwesenden zur Kenntnis, dass der Berliner Senat sich dem Dialog verweigert und nicht gewillt war eine Vertreter*in zur Versammlung zu entsenden.

Zu Beginn hat Stadtrat Gräff den aktuellen Planungsstand dargestellt und damit eine gute Grundlage für die kommende Diskussion gelegt. Grundlage des bisherigen vom Land Brandenburg geführten Verfahrens ist eine (Fehl)Entscheidung des Landes Berlin, keinen eigenen finanziellen Beitrag leisten zu wollen. Ergebnis ist die Linienführung über die Klandorfer Straße. Bezahlen sollte das alles der Bund. Dazu hatten sich die beiden Länder einen Trog (Tunnel teilweise mit Deckel) einfallen lassen, um die neue Straße vor den Schlafzimmerfenstern vieler Marzahner*innen irgendwie erträglich zu machen. Dies hat der Bundesrechnungshof jedoch gestoppt. Er fordert dafür eine finanzielle Beteiligung des Landes Berlin.

Wie geht es nun weiter? Stadtrat Gräff warb in der Einwohnerversammlung das Verfahren einfach weiter zu führen. Viele Anwesende befürchteten damit jedoch die Realisierung durch die Klandorfer Straße im Zweifel mit noch wenig er Lärmschutz als ursprünglich geplant.

Einigkeit bestand aber darin, dass sich die Voraussetzungen der Planungen ändern müssen, damit die Chance entsteht im Verfahren zu einer bürgerfreundlichen Lösung zu kommen. Das Land Berlin muss dazu seiner Verantwortung gerecht werden und ca. 10 Millionen Euro für eine vernünftige Lösung bereitstellen. Nur mit dieser Zusage, wird das Land Brandenburg als Vorhabenträger in die Lage versetzt, bisherige Fehlentscheidung zu korrigieren.

Parallel zu den aktuellen Planungen muss die Verkehrsentwicklung des Gesamtraumes auf den Tisch und insbesondere Verbesserung des ÖPNV geplant werden. Als einen ersten Schritt ist der von den Gemeinde Ahrensfelde geforderte 20-Minuten-Takt der RB25 zu realisieren. Damit wird mehr Menschen Mobilität ohne Auto ermöglicht. Mit der zukünftigen Anbindung an den Umsteigebahnhof Ostkreuz wird diese Verbindung noch einmal deutlich attraktiver.