Bündnis 90 / Die Grünen Marzahn-Hellersdorf laden am kommenden Montag zu einer Diskussionsveranstaltung zur Frage der Perspektiven von Jugendlichen beim Übergang von Schule – Beruf ein.

WAS? Diskussionsveranstaltung über Perspektiven von Jugendlichen beim Übergang von Schule – Beruf

WER? Mit Per Traasdahl von caiju e.V. (Verein zur Chancengleichheit und ArbeitsweltIntegration Jugendlicher)

MODERATION? Stefan Ziller, MdA

WANN? Montag, den 14. Februar 2011 um 18:00 Uhr

WO? Stadtteilzentrum Mosaik, Altlandsberger Platz 2 (12685 Berlin)

Die Studie des Stadtsoziologen Professor Häußermann „Monitoring soziale Stadtentwicklung“ attestiert auch Marzahn-Hellersdorf weiter „soziale Probleme“. Die Arbeitslosigkeit – speziell Jugend- und Dauerarbeitslosigkeit – ist in kaum einem Gebiet so hoch wie in Nord-Marzahn/Nord-Hellersdorf.

Mehrere tausend junge Menschen in Marzahn-Hellersdorf stehen heute ohne Job und ohne Perspektive da. Die Kinderarmut ist zwar gesunken, jedoch weniger als im Berliner Durchschnitt. Auf den gesamten Bezirk bezogen sind 9,6% der unter 25-Jährigen arbeitslos. Diese Zahlen liegen weit über dem berlinweiten Durchschnitt von 5,8%.

Der Ausbruch der Wirtschaftskrise hat sich auch hier in den Zahlen bemerkbar gemacht. Erfahrungsgemäß sind besonders Jugendliche ohne Schulabschluss bzw. nur mit Hauptschulabschluss und Jugendliche mit Migrationshintergrund betroffen. In Marzahn-Hellersdorf sieht das jedoch anders aus: Hier sind es vorwiegend junge Menschen mit deutschem Hintergrund, die keine Arbeit finden und nur 1% von ihnen haben keinen Hauptschulabschluss in der Tasche (Zahlen von 2005).

Besonders in den Neubaugebieten leben viele Familien, die in den 80er Jahren hierher gezogen sind. Deren Kinder sind nun in dem Alter, in dem sie ihren ersten Job suchen. Beim Arbeitsamt finden viele von ihnen statt einer richtigen Ausbildung oder eines Jobs lediglich Angebote für Kurzbewerbungstrainings oder Praktika. Viele von ihnen möchten außerdem ihr vertrautes Lebensumfeld nicht verlassen und wollen deshalb keinen Ausbildungsplatz annehmen, für den sie durch die halbe Stadt fahren müssten, wie das Job-Center vorschlägt, wenn es „mehr Flexibilität“ fordert. Gleichzeitig bekommen besonders die jungen Arbeitslosen die Sanktionen der ARGEN zu spüren: 2008 traf jede dritte Sanktion einen Jugendlichen. Dabei führten 100.000 von 250.000 Sanktionen zu der kompletten Streichung der Regelleistungen.

Das Job-Center in Berlin-Mitte fährt derzeit einen neuen Ansatz und hat die U25-Betreuung also die Betreuung derjenigen Arbeitslosen, die jünger als 25 Jahre alt sind, ausgelagert und damit bisher positive Erfahrungen gemacht.

Dies wollen wir zum Anlass nehmen, gemeinsam zu diskutieren, wie das drängende Problem der hohen Jugendarbeitslosigkeit angegangen werden kann und von welchen Erfahrungen anderer Bezirke Marzahn-Hellersdorf lernen kann.