Im Mai stand mein Wahlkreistag ganz im Zeichen Europas. Zusammen mit unserer Fraktionsvorsitzenden Silke Gebel besuchte ich EU-geförderte Projekte in Marzahn-Hellersdorf. Vor dem offiziellen Beginn besuchte ich eine Diskussion unter dem Motto „WIR KOMMEN WÄHLEN!“ in der Arche in Hellersdorf sowie den Grundstein der Wuhlerenaturierung. Dieser wurde 2008 gelegt.

Damals wurde die erste Phase der Wuhlerenaturierung zur Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie beendet. Heute über 10 Jahre später, warten wir weiter auf die schon damals angekündigte zweite Phase. Jeden Sommer erinnern uns die niedrigen Wasserstände der Wuhle an den Handlungsbedarf. Die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr, und Klimaschutz hat inzwischen mit den Planungen begonnen. Ein Baubeginn wird leider noch etwas dauern. Ich suche aber aktuell das Gespräch, wie sich die Planungsarbeiten beschleunigen lassen. Denn die zunehmend heißen und wasserarmen Sommer erlauben keinen weiteren Verzug.

Los ging es dann mit einem Gespräch mit Herrn Drahs und Frau Scheibe vom Kinder-, Jugend- und Familienzentrum Hellersdorf Nord. Das Familienzentrum, dass im Haus an der Kastanienallee 53 /55 zu finden ist, wird von pad gGmbH und MetrumBerlin gGmbH getragen.

Hinter dem Familienzentrum Kastanienallee fanden wir den gerade erst fertig gestellten neuen Garten. Der umgestaltete Kastaniengarten wurde aus Mitteln der Europäischen Union und dem Land Berlin im Rahmen des Berliner Programms für Nachhaltige Entwicklung mit 500.000 Euro gefördert. Neben einigen Spielplatzelementen befinden sich im neuen Kastaniengarten mehrere kleine Hochbeete, die von der benachbarten Grundschule Pusteblume in einer Kooperation betreut werden. Künftig soll er als ein offener Garten im Kiez für alle Bewohner offen stehen. Perspektivisch könnte ggf. durch die Erschließung des Areals des stillgelegten Altstoffhandels auf dem Nachbargrundstück ein weiterer nutzbarer Grünflächenbereich entstehen. Durch ein Elterncafé soll die Attraktivität des Hauses weiter gesteigert werden. Die offizielle Eröffnung wird am 15.05.2019 im Rahmen eines großen Familienfestes erfolgen.

Das Haus Kastanie selber bietet vielfältige Angebote, die sich an Familien mit Kindern unterschiedlichen Alters richten, wie z.B. Krabbelgruppen, Willkommenskurse für werdende Eltern oder eine Hebammensprechstunde, die gerne von den Eltern in Anspruch genommen wird.

Im Haus Kastanie finden weitere Projekte ihr zu Hause. Besonders interessierte uns das Projekt „Väterarbeit – Von Vater zu Vater“ ein. Es bringt Väter miteinander ins Gespräch und bietet als offenes Angebot Beratung zur Vater-Kind-Beziehung. Herausfordernd ist, dass die Angebote überwiegend auf Honorarbasis finanziert sind. Dies stelle ein generelles Problem in der Väterarbeit dar. Das neue Familienfördergesetz wird eine bessere Personalausstattung möglich machen.

Gesprochen haben wir auch über das Projekt Juno, das am Standort an der Allee der Kosmonauten Beratung für junge Eltern in schwierigen Lebenslagen bietet. Dieses wird auch dem Bezirk im Rahmen der Familienhilfe angeboten. Viele Eltern suchen solche und ähnliche Angebote und Unterstützung. Als größtes Problem werden von Eltern – wie sollte es anders sein – die fehlenden Kitaplätze genannt.

Nach diesem informationsreichen Gespräch ging es dann direkt weiter zu den Nachbarn vom Kinderforscherzentrum Helleum. Dort begrüßte uns Herr Prof. Wedekind, der das Kinderforscherzentrum seit vielen Jahren leitet. Seit 6 Jahren besteht das Helleum und hatte vor einigen Tagen bereits sein 40.000 Kind zu Besuch. Das Helleum ist ein Kooperationsprojekt des Bezirksamts Marzahn-Hellersdorf sowie der Alice Salomon Hochschule Berlin. Ob Würfelexperimente oder durch mehrfach Spiegel erkennbare Gesetze der Lichtgeschwindigkeit. Eine Uhr, deren Uhrzeit erst errechnet werden muss. Alles im Helleum zeigt, wie die Mathematik und Physik mit unserem Leben und unserem Alltag verbunden ist. Zielgruppe des Helleums sind Kinder zwischen 4 und 12 Jahren. Die Kinder können hier ihre Lebenswelt erforschen und so Erfahrungen machen die ihnen die ständig „appelierenden Dingwelt“ biete. Nachahmer des Projekts Helleum gibt es mittlerweile auch in Bonn sowie international ähnlich geartete Forschungsräume für Kinder.

Spannend klingen für die Zukunft geplante Projekte, wie bspw. die Lernwerkstatt digitale Bildung für Kindergärten. Idee ist das Prinzip von Programmierung durch auch andere Körpererfahrungen und Lernspiele zu verstehen. Das Prinzip der Lernwerkstätten lasse sich auch auf andere Projekte transferieren wie z.B. eine Demokratiewerkstatt. Auch hier gibt es bereits einige Ideen.

Bei unserem Besuch im Kinderforscherzentrum haben wir uns auch über den aktuellen Stand für das Jugendforscherzentrum informiert. Der über 4 Etagen reichende Neubau soll künftig mehrere neue Bereiche beherbergen. Einen Physikalischen Bereich, einen Bereich für Chemie, eine analoge sowie digitale Bibliothek sowie einen biologischen Bereich. Eine Besonderheit ist dabei ein Dunkelraum ohne Fenster, der mit einer Kamera Obscura ausgestattet wird. Dazu ist auf dem Dach ein Dachgarten sowie ein Observatorium geplant. Die mit vier verschiedenen und beweglichen Teleskopen erfassten Beobachtungen des Himmels, sind dann später auch im inneren Foyer auf einer Projektionsfläche zu sehen. Der mit 425.000 Euro geförderte Neubau wird voraussichtlich 2021 eröffnet. Für den Neubau soll es eine Zusammenarbeit mit Sekundarschulen und Berufsschulen geben. In Deutschland gibt es bisher keine vergleichbaren Lernwerkstätten im Sekundarbereich.

Zum Ausklang des Tages besuchten Silke Gebel und ich noch das Europa-Sommerfest von Bündnis 90/Die Grünen Marzahn-Hellersdorf im Garten der Sinne in Mahlsdorf.

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