An meinem Wahlkreistag am 12. Oktober 2018 war ich in Marzahn-Nord und Marzahn-Mitte unterwegs. Die beiden QM-Gebiete dort sollen verstetigt werden (oder besser gesagt auslaufen). Wie geht es nun mit den verschiedenen Projekten weiter? Diese Frage beschäftigt viele Menschen vor Ort. Viele Projekte brauchen nun eine neue Finanzierung. Dies gilt bspw. für den interkulturellen Garten, das Berliner Tschechow-Theater, aber auch die Belebung des Barnimplatzes darf nicht einfach so „auslaufen“. Es muss dringend geklärt werden, welche Projekte in den Bezirkshaushalt aufgenommen werden können. Dazu braucht es weiter eine Kiezkasse, also ein festes Budget, aus dem Initiativen von Nachbar*innen ihre kleinen Projekte finanzieren können. Es bleibt also viel zu tun!

Die erste Station war die SOPHIA Berlin GmbH, ein Anbieter sozialer Dienste im Bezirk. Die Sophia ist ein Tochterunternehmen der DEGEWO und Stadt und Land, der städtischen Wohnungsbaugesellschaften und arbeitet dafür, dass Menschen auch im Alter möglichst lange im eigenen Wohnraum bleiben können. Ursprünglich als Anbieter für einen Hausnotruf gegründet, zeichnet sich SOPHIA heute durch eine Kombination verschiedener sozialer Dienstleistungen aus. Das besondere ist, dass soziale Betreuungsmöglichkeiten bestehen. Dazu werden die Kunden einmal in der Woche telefonisch kontaktiert, gegebenenfalls werden Hilfen wie eine Begleitung zum Arzt angeboten. Auch können Beratungen wie z.B. zur Pflegeversicherung oder Wohnraumanpassung vermittelt werden. Bei mehrmaligem telefonischen Nichterreichen der Mieter werden entsprechende Kontaktpersonen informiert oder weitere Maßnahmen getroffen, um dem Kunden gegebenenfalls Hilfe zukommen zu lassen. Diese soziale Betreuung wird durch ehrenamtliche Helfer realisiert. Diese arbeiten sowohl intern durch die Übernahme der regelmäßigen Telefondienste als auch extern, indem Sie die Kunden zu Hause aufsuchen. Bei Bedarf wird an entsprechende Fachkräfte vermittelt. Neben den genannten Dienstleistungen wird eine Beratung zur Wohnraumanpassung angeboten. Diese umfassen auch die Themen Finanzierung oder Umbaugenehmigung des Vermieters.

Als nächstes besuchte ich den Frauentreff Louise in Marzahn West. Seit Januar besteht Louise und das Angebot reicht von sozialer Beratung und Unterstützung, Frauenspezifischen Informationen bis hin zu Interessen- und Selbsthilfegruppen oder auch Gesprächsrunden. Unterstützt werden Frauen und Mädchen des Bezirks, unabhängig von ihrer kulturellen Herkunft. Zielgruppe sind zudem auch Alleinerziehende, die niedrigschwellige Angebote brauchen. Zudem werden die Frauen auch darin bestärkt, eigene Initiativen zu ergreifen und Angebote zu realisieren. Beratungen werden den Frauen angeboten bei Gewalterfahrung, aber auch zu Schwangerschaft, Verhütung sowie weiteren Themen Frauenspezifischer Gesundheit. Zudem bietet die Sozialberatung Hilfe bei der Stellung von Anträgen auf Sozialleistungen, aber auch zu Fragen der Rentenbeantragung an.

Am Nachmittag stand dann der Besuch des Tschechow Theaters in Marzahn Nord auf dem Programm. Das Tschechow Theater bietet Theater-Aufführungen in deutscher oder russischer Sprache. Eine Vielzahl von Veranstaltungen und Aktivitäten wie Kabarett, Lesungen, Konzerte, Kindertheater, Ausstellungen, Themenabende und Vorträge oder auch Workshop Angebote und Tanznachmittage richten sich an Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren und sind bisher dementsprechend kostengünstig oder kostenfrei gestaltet worden. Bei vielen Angeboten wird versucht Kinder, Jugendliche und deren Familien auch aktiv in die Umsetzung einzubinden. Durch den Bau von Bühnen, das Nähen der Kostüme und vielem mehr. Dadurch hat das Tschechow Theater einen kulturellen Bildungsauftrag, der über die Kinder und Jugendlichen hinaus geht. Das Theater ging 2002 aus einer integrativen Theaterspielstätte vom Kulturring in Berlin e. V. hervor und wird bis Ende 2017 aus dem Programm „Soziale Stadt“ gefördert. Mit dem Auslaufen des Quartiersmanagement gibt es schon für das Jahr 2019 Handlungsbedarf. Bisher ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Hier ist das Bezirksamt gefordert, seiner Verantwortung für die Entwicklung im Kiez gerecht zu werden. Die bündnisgrünen Bezirksverordneten werden dieses Anliegen auch in die BVV mitnehmen.

Da ich in der Gegend war, besucht ich zum Abschluss noch den Barnimplatz. Auch hier macht sich das Ende des Quartiersmanagement bemerkbar. Die Belebung der letzten Jahre mit den Festen und Veranstaltungen ist aktut bedroht. Hierbei fehlt nur ein kleiner Betrag. Aber ohne die finanziellen Mittel aus dem Programm Soziale Stadt, müssen auch hierfür neue Wege gefunden werden. Ich werde mich dafür einsetzen, dass es hierfür eine Lösung gibt. Um den Barnimplatz weiter mit ca. 1 Veranstaltung pro Monat bespielen zu können wären rund 12.000 Euro im Jahr notwendig. Abgesehen von diesen Aufgaben und der Finanzierung der Feste und Angebote auf dem Barnimplatz sei zudem ein dauerhaftes Problem die fehlenden öffentlichen Toiletten. Auch diesen Bedarf habe ich mitgenommen.

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