Mit dem „Bits & Berlin“ möchte ich mich an ein neues Format wagen und in einem monatlichen Newsletter über meine parlamentarische Arbeit zur Verwaltungsmodernisierung, Digitalisierung und Datenschutz in Berlin berichten. Dazu zählen neben den Themen der Sitzungen des Ausschusses für Kommunikationstechnologie und Datenschutz im Abgeordnetenhaus von Berlin auch meine schriftlichen Anfragen und ihre Hintergründe, politische Debatten im Plenarbetrieb und neue Entwicklungen im Land Berlin. Über Feedback auf diese neue Reihe würde ich mich freuen.

(1) Bericht aus der 15. Sitzung des KTDat-Ausschuss im AGH Berlin

Die vergangenen Sitzung des KTDat-Auschusses begann mit der Abwahl des Ausschussvorsitzenden. Die Neubesetzung wird uns als Ausschuss noch in der nächsten Sitzung beschäftigen. Nachdem die Personalangelegenheiten geklärt wurden, konnte der Ausschuss sich in die inhaltliche Arbeit begeben und hat zur „Gewinnung von IKT-Fachpersonal“ eine Anhörung durchgeführt.

Die Präsentation der Vorstandsvorsitzenden des ITDZ Berlin, Ines Fiedler, hat dabei die vertrackte Lage aufgezeigt, in der sich die Berliner Verwaltung und auch das ITDZ als landeseigenes Unternehmen befindet: es gibt europaweit mehr Nachfrage nach qualifiziertem Personal, als Arbeitsmarkt und Ausbildung in diesem Bereich bieten können. Dazu kommen deutliche Gehaltsunterschiede, die im besonders betroffenen IKT-Managementbereich über 40% im Vergleich zur freien Wirtschaft betragen. Eine schlechte Ausgangslage für den öffentlichen Sektor. Dabei nimmt der Bedarf an IKT-Fachpersonal in Berlin knapp ein Fünftel der europäischen Absolventenzahlen in Anspruch.

Das stellt Berlin vor die Herausforderung mit absehbar zu wenig Personal die steigenden Herausforderungen, z.B. durch die Umsetzung des E-Government-Gesetzes zu leisten. Das ITDZ plant dafür einen Stellenaufwuchs von ca. 60% – wird aber in Zukunft aber fast das 5-fache an Arbeitsplätzen in der Berliner Verwaltung betreuen müssen. Dem soll im ITDZ mit zwei zentralen Konzepten entgegengewirkt werden : mehr Nachwuchsförderung und gezielte Ausbildung im eigenen Haus – und bessere Rahmenbedingungen der Mitarbeitenden durch Gehaltsaufwüchse und Arbeitsplatzqualität.

Für mich ist aus der Anhörung klar geworden: wir sind in einer harten Wettbewerbssituation, und gleichzeitig ist der langfristige Erfolg unserer Digitalisierung von der Personalgewinnung abhängig, die eine Umsetzung in den nächsten Jahren und Jahrzehnten sicherstellen muss. Wir brauchen eine bessere Ausbildungssituation: richtigerweise sprach das ITDZ dabei an, warum wir eigentlich an den Berliner Universitäten keine IKT-Verwaltungsstudiengänge für die Ausbildung von zukünftigen Führungskräften haben – das sollte doch möglich sein!

Dabei dürfen wir uns in Berlin nicht gegenseitig das Potential beschneiden: ITDZ, Senatsverwaltungen und Bezirke müssen an einem Strang ziehen. Gut finde ich den Vorschlag, die Personalprozesse und Rahmenbedingungen im Land Berlin zu vereinheitlichen. Darüber hinaus habe ich in der Sitzung vorgeschlagen, dass wir eine gemeinsame Personalgewinnungs-Kampagne für IKT-Fachkräfte schaffen, die alle Beteiligten gleichberechtigt einbindet. Ein Slogan, ein Auftrag: Du machst Berlin digital! Und um den ständigen Austausch zu befördern, sollten regelmäßige Programme die Fachkräfte an verschiedene Stationen, insbesondere an den unterbesetzten Bezirken schicken und hier einen ständigen, praktischen und solidarischen Austausch zwischen ITDZ und der Verwaltung pflegen.

Ein Thema, das uns bei der angespannten Lage am Arbeitsmarkt noch weiter beschäftigen wird. Gutes Personal ist die Grundlage für eine nachhaltige IKT-Gestaltung in Berlin.

(2) Ausbau des BeLa (Berliner Landesnetz)

Ganz zielgerichtet habe ich mich in den letzten Tagen zu Ausbau und Verfahrensweisen des BeLa beim Berliner Senat informieren lassen. Das BeLa ist das unsichtbare Rückgrat der Digitalisierung der Berliner Verwaltung: es schafft eine von den privaten Providern unabhängige Vernetzung des Landes Berlin, gewährt uns Hoheit über den Datenaustausch und ist dabei leistungsfähig und stabil. Den Ausbau hier voranzubringen heißt: mehr Stabilität, mehr Sicherheit und mehr Souveränität.

Auf meine schriftliche Anfrage habe ich dabei nicht die erhoffte Darstellung der bisherigen Bemühungen erhalten, dafür aber tiefergehende Informationen über den geplanten Verfahrensablauf und die Zahl der neuen Standort – 2018 sollen 30 weitere Standorte hinzukommen, für 2019 wird mit 60 weiteren Standorten gerechnet.  Weitere Informationen zum Anschluss von Schulstandorten und den Verfahrensbedingungen habe ich in einem Blogbeitrag zusammengefasst: 2019 zum Jahr der Netzanschlüsse an das Berliner Landesnetz machen!

PDF-Download der Schriftliche Anfrage: Drs. 18 / 16 513

(3) Gebrauchtsoftware in Berlin

Nutzung von gebrauchter Software – gebraucht heißt hier: der Einkauf von schon aktivierten Lizenzen zu einem günstigen Preis – kann  Kosten senken; und gleichzeitig werden insbesondere in großen IT-Landschaften wie dem Land Berlin bei dem Einkauf von neuen Lizenzen (z.B. von aktualisierter Software) eine Vielzahl von nutzbaren „gebrauchten“ Lizenzen zu brachliegendem Potential. Ich habe den Senat daher gefragt, wie der Umgang mit solcher Gebrauchtsoftware in Berlin aussieht. Die Beantwortung findet man im Beitrag: Umgang mit Gebrauchtsoftware im Land Berlin.

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