Zum nächsten Schuljahr 2016/17 wird sich hoffentlich die Situation um die Franz-Carl-Achard-Grundschule wieder normalisieren. Nach einem ewigen Hin und Her hat sich das Bezirksamt nun erfreulicherweise dazu entschlossen, die Schule nicht abzureißen sondern zu sanieren.

Im letzten September, war die Schule überstürzt geschlossen und der Unterricht ausgelagert worden. Der Grund waren Gutachten, die zur kurzfristigen Schließung rieten. Die Statik des Treppenhauses sei gefährdet, weil das Gebäude von Hausschwamm befallen sei und auch der Brandschutz wurde vom Bauamt als nicht gegeben angesehen. Seit der Schließung pendeln über 300 Schüler*innen mit Bussen in die 10 Kilometer entfernte Marcana-Schule nach Marzahn. Schon seit 2013 ist der Sportunterricht ausgelagert. Hierdurch entstanden im Zeitraum von Oktober 2013 bis März 2016 Kosten in Höhe von über 360.000 Euro (s. Drucksache 17/18 362).

Im November letzten Jahres beschloss das Bezirksamt dann den Abriss der Schule und die Errichtung eines Modularen Ergänzungsbaus an gleicher Stelle. Die Kosten für den Abriss wurden auf 800.000 Euro geschätzt, die für den Neubau auf fünf Millionen Euro. Das Pendeln sollten zwei weitere Jahre andauern. Hiergegen wehrte sich unter die Bürger*inneninitiative „Sei keine Birne“, die den Erhalt der Schule forderte und kritisierte, dass bauliche Mängel und Schäden nicht früher behoben worden seien.

Ein Gutachten, dass die Initiative in Auftrag gab, stellte die Abrisspläne Ende letzten Jahres infrage und legte dar, dass zumindest das Hauptgebäude innerhalb von zwei bis drei Monaten soweit saniert werden könne, dass die Schüler*innen zurückkehren könnten und das zu einem Bruchteil der Kosten, die für den Abriss kalkuliert wurden. Die Abrisspläne wurden deshalb von Bezirksbürgermeister Stefan Komoß (SPD) ausgesetzt und es wurde geprüft, ob die Instandhaltung des historischen Schulgebäudes machbar sei. Der Schulausschuss sprach sich im Januar diesen Jahres dafür aus.

Der Baubeginn für die Sanierungsarbeiten ist für Anfang Juni geplant. Die Sanierungsarbeiten sollen bis zum Beginn des neuen Schuljahres beendet sein. Für die Instandsetzung sind eine Reihe von Maßnahmen nötig, über die man sich in der Beantwortung auf eine Anfrage zur Sanierung der Achard-Grundschule informieren kann. Für die Sanierung und Instandhaltung werden geschätzt 600.000 Euro benötigt (s. Drucksache 17/18 362).

Ob die Entscheidung zur Schließung im September vom zuständigen Stadtrat vorschnell getroffen wurde, wird eine der Fragen sein, mit denen sich der Schulausschuss in seinen nächsten Sitzungen beschäftigen wird. Der Schulausschuss wurde von den Fraktionen der Bezirksverordnetenversammlung damit beauftragt, die Situation um die Achard-Grundschule aufzuklären. Er soll alle Gutachten nochmals auswerten, Verantwortlichkeiten für einzelne Entscheidungen feststellen und die Zusammenarbeit der Ämter untersuchen.

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