Der Ortskern Mahlsdorf und die Verkehrsplanungen beschäftigen die Mahlsdorfer*innen schon länger. In einer Akteursrunde wurden einige der Planungen interessierten Bürger*innen vorgestellt. Da sich jedoch Senatsverwaltung und Bezirksamt bisher nicht einigen konnten, liegen die meisten Planungen auf Eis. Weder eine Verbesserung der Straßensituation noch die Verbesserung der Umsteigemöglichkeit von Straßenbahn zur S-Bahn kommen voran. Und auch die längerfristigen Planungen für den Bau eines Regionalbahnhofes sowie den Lückenschluss der TRAM von Mahlsdorf nach Hellersdorf scheinen nicht weiter verfolgt zu werden.

Dies halte ich für ein Problem. Es lässt sich über jede Planung streiten. Aber alle Arbeit einzustellen und den Status Quo zu erhalten, ist eine schlechte Lösung. Ich habe im folgenden mal einige Baustellen beleuchtet.

Straßenbahn TRAM 62

Seit 1907 verkehrt die Straßenbahn zwischen Köpenick und dem Bahnhof Mahlsdorf. Sie ist rund zwölf Kilometer lang.

Verlängerung zum S Mahlsdorf

„Im Stadtentwicklungsplan Verkehr war vorgeschlagen worden, die bisher eingleisige Strecke im Raum Mahlsdorf zweigleisig auszubauen und die Linie durch eine Neubaustrecke von der Treskowstraße näher an den S-Bahnhof Mahlsdorf heranzuführen. Doch Bezirk und Senat können sich nicht einigen. Der Bezirk hat es abgelehnt, die Straßenbahn auf der Hönower Straße zweigleisig verkehren zu lassen. Auf eine Mündliche Anfrage des Grünen-Abgeordneten Stefan Gelbhaar erklärt der Senat, dass es deshalb weder eine kürzere Taktzeit der Straßenbahnlinie 62 noch eine Verlängerung der Tram-Route zum S-Bahnhof Mahlsdorf geben wird. Und das obwohl die BVG schon extra zwei sogenannte Zweirichtungsfahrzeuge angeschafft hatte. Bis auf weiteres verkehrt die Straßenbahn in Mahlsdorf also weiterhin im 20-Minuten-Takt.“

Um weitere Kosten zu vermeiden und das Personal für andere Projekte einzusetzen, wurden die Planungen für den Bereich Ortskern Mahlsdorf angehalten„.

Lückenschluss Mahlsdorf <> Hellersdorf

„Langfristiges Ziel ist ein Lückenschluss zwischen der Mahlsdorfer Strecke (Linie 62) sowie der Hellersdorfer Strecke (Linie M6 und 18). Zu diesem Zweck soll die Linie 62 vom S-Bahnhof Mahlsdorf durch die Ridbacher Straße und die Nossener Straße zum U-Bahnhof Hellersdorf verlängert werden (Kosten rund 28 Mio. Euro). Unter Anwohnern der Strecke ist diese Planung umstritten. Die Idee erscheint aktuell kaum realisierbar. Ich halte sie jedoch für einen zentralen Baustein die Verkehrsbelastung im Ortskern Mahlsdorf zu reduzieren. Denn eine solche Alternative zum Auto, kann einen wesentlichen Beitrag leisten, die Anzahl der Autos die durch das Nadelöhr am S-Bhf Mahlsdorf müssen. Bzgl. der Trassenführung sollten Senat und Bezirksamt auch eine Streckenführung durch die Hönower Straße prüfen. Klar ist, dass angesichts der örtlichen Gegebenheiten in beiden Fällen auf ein eigenes Gleis verzichtet werden muss. “

Bus X54

Für die Zeit bis zum Lückenschluss setze ich mich seit langem für die Weiterführung der Buslinie X54 von Hellersdorf über die Tram-Endhaltestelle Risaer Str. bis zur TRAM-Endhaltestelle am S-Bahnhof Mahlsdorf ein.

Neubau eines Regionalbahnhofes Mahlsdorf

„Der neue Regionalbahnhalt Mahlsdorf dient zur Verbesserung des Berliner ÖPNV und ist Bestandteil eines Maßnahmebündels zur Aufwertung von Mahlsdorf und des alten Ortskerns. Dazu greifen drei verkehrliche Maßnahmen ineinander: Bau des Regionalbahnhaltes Mahlsdorf zur Verbesserung der ÖPNV-Bedienung in der Relation Berlin-Brandenburg/Polen mit einer besseren Anbindung der Wohnsiedlungen, Anbindung der zurzeit in der Treskowstraße endenden Straßenbahnlinie 62 direkt an den Bahnhof R- und S-Mahlsdorf zur Verbesserung der Umsteigesituation und Aufwertung der Linie durch Einrichtung eines 10-Minuten-Taktes, Bau einer neuer Straßenverbindung vor allem zur Entlastung des Ortskerns vom Durchgangsverkehr, zur Verbesserung des Verkehrsflusses am Knoten mit der B 1/5, zur Reorganisation des Be- und Endladeverkehrs und zur Erschließung von Entwicklungsflächen.“

Regionalbahnhof Hoppegarten

Das integrierte Verkehrskonzept zum Regionalplan Oderland-Spree aus dem Jahr 2012 führt im Bereich der Gemeinde Hoppegarten als prioritäres Verkehrsprojekt die Einrichtung eines Regionalbahnhofs in Hoppegarten mit Verlängerung der Linie 26 bis Ostkreuz auf.

Straßenplanung Neuer Hultschiner Damm (südlich der B1 / B5)

Der Kreuzungsbereich mit der B1 / B5 bildet seit einigen Jahren ein Nadelöhr für den stark gestiegenen Kraftfahrzeugverkehr. Hier plant der Berliner Senat zusammen mit dem Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf langfristig einen neuen Streckenverlauf. Aus verschiedenen Gründen werden die Ausbaumaßnahmen auch seitens der Anwohner/-innen kritisch gesehen.

Verkehrsführung zwischen B1 und S Mahlsdorf / Straße an der Schule

„Nicht die grundsätzliche räumliche Verlagerung des Verkehrs der Hönower Straße ist das Ziel der Entlastungsstraße (Verkehrsführung durch die Straße an der Schule), sondern eine teilräumliche Verlagerung in dem engen Straßenraum zwischen Pestalozzistraße und Gutshaus Mahlsdorf durch Herausnahme des überörtlichen Verkehrs. Nur so können die noch vorhandenen historischen Strukturen erhalten bleiben und die Geschäfts- und Anliegerverkehre sowie die Führung des öffentlichen Nahverkehrs gesichert werden. Durch die Aktivierung des östlichen Brückenfeldes und eine Verbreiterung des Straßenraumes südlich des S-Bahnhofes ist es möglich, den Straßenraum neu aufzuteilen und eine weitgehende Trennung der Verkehrsarten zu erreichen. Dies hat zum Ziel das Problem des Nadelöhrs durch die S-Bahnbrücke zu lösen.“

Alternative S-Bahn Querung Landsberger Straße

„Der Bezirk hat dazu vorgeschlagen, die Hönower Straße durch eine neue Verbindung zu entlasten – die Landsberger Straße sollte unter der Strecke der S- und Regionalbahn hindurch oder darüber hinweg geführt werden. Das sei auch notwendig, weil der Bahnübergang an der Lemkestraße geschlossen wird, wenn künftig der Mahlsdorfer Bahnhof Regionalbahnhalt wird. Dann dürfe es dort keine ebenerdigen Übergänge mehr geben.“

Aus meiner Sicht stellt diese Maßnahme den geringsten Eingriff in die Verkehrsführung dar und sollte prioritär umgesetzt werden. Insbesondere vor dem Bau völlig neuer Straßen (Neuer Hultschiner Damm) sowie der Verlagerung des Verkehrs in das Siedlungsgebiet (Straße an der Schule) und der damit verbundenen Konzentration allen Verkehrs an der S-Bahn-Brücke in der Hönower Straße.

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