Im Juli war ich erneut an zwei Tagen im Rahmen meiner Wahlkreistage in Marzahn-Hellersdorf unterwegs. Dabei habe ich mir wieder einige Arbeitsaufträge mitgenommen.

Am 7. Juli besuchte ich zunächst in den IGA-Mustergarten in Hellersdorf, einem Teil der Gärten der Zukunft. Durch die seit April neu angelegte Gärten der Zukunft, die im Rahmen der IGA entstanden sind, führte uns ein Treffen mit Herrn Dr. Franke, Vorsitzender des Bezirksverbandes der Hellersdorfer Gartenfreunde e.V.

Die Grundidee war es, in den Gärten der Zukunft grüne Oasen zu schaffen, die zeigen, wie Gärten unter ökologischen und naturnahen Aspekten gestaltet werden können. Dazu gehört auch deren Pflege und Nutzung im Sinne einer Aufklärung über die „Kleingärtnerische Nutzung mit ökologischem Aspekt“. Auf der Suche nach einem möglichst guten Standort wurde der runde Tisch Umweltbildung des Bezirks miteinbezogen. Letztlich ist ein kleines Areal bestehend aus 12 Parzellen, angrenzend an die Kleingartenanlage „Am Teterower Ring“ entstanden. Auf zwei größeren Parzellen wurde ein sehr beeindruckender Natur- sowie Schau- und Lehrgärten realisiert. Die anderen 10 Parzellen wurden bereits an neue Pächter, überwiegend Familien mit Kindern verpachtet. Die beiden Parzellen des Natur- und Schau- und Lehrgartens werden am Ende des IGA ebenso verpachtet. Interessenten dazu gibt es schon zahlreiche.

Wie das Beispiel der Natur- , Schau- und Lehrgarten zeigt, brauchen Schulen und Kindergärten sowie Familien mit Kindern dringen mehr Freiflächen und Grünflächen in der Stadt. Dazu können die Kleingartenanlagen einen wichtigen Beitrag leisten, so Dr. Franke. Er wünsche sich daher sehr, dass der Bestand von Kleingärten in Berlin insgesamt gesichert sei. Ein weiteres ihm wichtiges Anliegen sei die Bedeutung und Wissen über die Natur durch Umweltbildung wieder mehr in den Fokus zu rücken. Es sei daher sehr begrüßenswert, wenn eine Gartenarbeitschule im Bezirk realisiert werden könnte.

Besonders imponiert hat mir an dem hier realisierten Projekt, mit wieviel ehrenamtlichen Engagement innerhalb kürzester Zeit die Umgestaltung der Gärten auf die Beine gestellt wurde. Die beteiligten Kleingartenvereine nahmen sich je einzelner Aufgaben an, wie dem Erdaushub, die Anlage der Wasserzuleitungen etc.. So wurden in wenigen Monaten aus einer Brachfläche ökologisch angelegte und herrlich blühende Gärten. Bemerkenswert ist auch die Einbindung der Menschen die um Umfeld wohnen. So wurde bspw. ein Pappelwäldchen, welches bereits vorher auf der Brachfläche entstanden war als öffentlicher Treffpunkt für Bürger*innen und Gärtner*innen in die Neuanlage integriert. Erfreulich ist weiterhin, dass nun Bienenstöcke in der Anlage dauerhaft gepflegt und genutzt werden. Auch der Bau von naturnahen Insektenhotels und Nistkästen sowie von Hochbeeten konnte realisiert werden und gibt den Besucher*innen nun gute Anhaltspunkte zur Nachahmung. Die Nutzung und der Besuch der Natur- Lehrgärten wird gut von den umliegenden Kindergärten und Schulen angenommen. Diese können zum Teil sogar Gemüse, Kräuter und Beeren ernten.

Wer sich gerne selber einen Eindruck verschaffen möchte: Dank vieler ehrenamtlicher Helfer der beteiligten Kleingartenanlagen sind die Gärten noch bis zum Ende der IGA täglich von 12 – 16 Uhr für die die Öffentlichkeit zugänglich.

Emacipation Womens Space

Nach der Führung durch die Mustergärten besuchte ich die Initiative Refugees Emancipation Womens Space in Marzahn. Der Emacipation Womens Space besteht seit gut zwei Monaten als ein ehrenamtliche Projekt für Geflüchtete Frauen in Marzahn. Das Projekt wurde von der Initiative Refugees Welcome initiiert und gestützt.

Ziel ist es, die geflüchteten Frauen bei ihrer Integration in ihr neues Lebensumfeld im Bezirk zu unterstützen. Angeboten werden zum Beispiel Computerkurse und Grundkurse in Deutsch. Während den Kursangeboten besteht die Möglichkeit der Kinderbetreuung. Zukünftig will die Initiative Refugees Welcome auch die Möglichkeit einer unentgeltlichen Rechtsberatung anbieten, um über Aufenthaltsrechte zu informieren. Zudem werden die Frauen darin bestärkt, Workshops und Kurse auch eigeninitiativ zu entwickeln. Ziel ist es letztlich, die Frauen aus der sozialen Isolation ihrer Unterkünfte und Wohnungen zu lösen und das Projekt zu nutzen, um mit anderen Geflüchteten Kontakte und Netzwerke aufbauen und sich so gegenseitig zu unterstützen.

Um die Frauen zur Teilnahme im persönlichen Gespräch zu motivieren, werden die Frauen von zwei Projektmitarbeiterinnen in ihren Wohnungen und Unterkünften besucht. Beim Zugang zu den Unterkünften für die Projektmitarbeiter*innen gibt es bisher noch Anlaufschwierigkeiten. Hier werde ich mich für eine gute Zusammenarbeit mit der Bezirksebene einsetzen. Weiterhin bestand die Nachfrage seitens der Geflüchteten nach Schwimmkursen und Sportmöglichkeiten speziell für Frauen. Auch hier werde ich mich für eine Realisierung, möglicherweise in Kooperation mit den Berliner Bäderbetrieben stark machen. Weiterhin werden wir Austausch- und Ansprechpartner bleiben und die Initiative in ihrer Realisierung unterstützen.

Zum Abschluss des Tages war ich beim Stammtisch mit Bündnis 90/Die Grünen Marzahn-Hellersdorf.

Am 13. Juli begann der Tag sehr bewegend. Zum Start besuchte ich im im Nachbarbezirk mit einigen meiner Fraktionskolleg*innen die Stasi-Gedenkstätte Hohenschönhausen. Lernen aus der Geschichte bleibt unsere Aufgabe!

Arbeitsgruppe Aufarbeitung der Fraktion der Grünen

Auf Einladung der Arbeitsgruppe Aufarbeitung der Fraktion der Grünen nahm ich am 13.07.2017 an einer Führung durch die Gedenkstätte Hohenschönhausen teil. Ein ehemalig Inhaftierter führte uns als Zeitzeuge durch das ehemalige Stasi-Gefängnis. Seine Berichte und Erfahrungen waren sehr berührend und bewegend.

Im Gespräch machte der Leiter der Gedenkstätte Dr. Hubertus Knappe sein Anliegen deutlich, dass wir uns, ganz besonders in Berlin der Aufarbeitung der SED-Diktatur und deren Folgen stellen müssen. Er begrüßte es daher, dass die bündnisgrüne Fraktion sich dieser Aufgabe als politischen Auftrag bereits angenommen haben und sowohl das Gespräch als auch ihre Unterstützung anboten. Knappe betonte, er sehe es zudem als dringend erforderlich an, den heutigen Stand der wissenschaftlichen Forschung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur sowie zur DDR-Geschichte in Deutschland und in Berlin zu evaluieren. Weiterhin sei es noch notwendig, die sozialen Situationen von ehemalig Inhaftierten in Berlin zu erfassen, um dann gegebenenfalls Ausgleichszahlungen für die Betroffenen zu etablieren.

Unser nächsten Rundgänge im Rahmen der Arbeitsgruppe Aufarbeitung führen uns Mitte August zu einem Besuch in der Ruschestraße und zum Campus der Demokratie. Auch mit der Gedenkstätte Hohenschönhausen werden wir weiter im Gespräch bleiben. Wir werden sowohl innerhalb Berlins als auch bundesweit den Prozess der Aufarbeitung deutsch-deutscher Geschichte weiter verfolgen.

Im Anschluss war ich beim Kinder- und Jugendbeteiligungsbüro Marzahn-Hellersdorf. Die Vorbereitungen zur U18- Wahl für Marzahn-Hellersdorf laufen. Mitgenommen habe ich unter anderem die Frage wie Jugendliche bei den anstehenden Schulsanierungen schon in die Planungen einbezogen werden können.

Auch aus dem Gespräch im Frauenzentrum Matilde habe ich einige Aufgaben und Anregungen mitgenommen. Die Frage wie für kleine und mittlere Träger die Verwaltung und Abrechnung der Finanzmittel aus den verschiedenen Programmen entbürokratisiert werden kann, ist eine davon! Zum Abschluss habe ich mir dann noch den Live-Stream der BVV Marzahn-Hellersdorf angeschaut.

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