Die Planungen für die TVO sollen nach aktuellem Planungsstand bis mindestens 2017 dauern und die Kosten werden vermutlich über den bisher geplanten 80 Mio € liegen werden. Zeit sich mit den Konsequenzen eines möglichen Baus für die Anwohner*innen der Märkischen Allee zu beschäftigen. Die Antwort auf meine Anfrage an den Senat macht die Probleme deutlich. Konkrete Zahlen zum zusätzlichen Verkehr auf der Märkischen Allee durch die TVO liegen offenbar nicht vor.

„In den Abschnitten in Betonbauweise im nördlichen Abschnitt dominieren Einzelschäden an diversen Betonfeldern. Der weitaus größere, in Asphaltbauweise errichtete Abschnitt besitzt nahezu durchweg eine altersbedingt verschlissene Asphalt-Deckschicht mit teilweise offenen Nähten und auf Grund der hydraulisch gebundenen Tragschicht etliche Querrisse. […] Mittelfristig wird eine investive Erneuerung jedoch unvermeidbar sein.“

Dabei ist die Veränderung des Instandhaltungs- und Investitionsbedarfs in Folge eines zusätzlichen Durchgangsverkehrs noch nicht berücksichtigt. Ich erwarte vom Senat, die Auswirkungen des Baus der TVO auch für die umliegenden Straßen zu untersuchen und Anwohner*innen zu informieren. Genau wie bezüglich des baulichen Unterhalts der Köpenicker Straße ist klar: Es ist nicht nachhaltig immer neuen Straßen wie die TVO oder die A100 zu planen und zu bauen und dabei den Erhalt bestehenden Straßen zu vergessen.

Frage 1: Liegen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Verkehrsprognosen vor, ob und wenn ja, welche Verkehrsbelastungen durch Durchgangsverkehr von der A 10 zur A 113 nach Realisierung der TVO sowie Ortsumfahrung Ahrensfelde zu erwarten sind?

Antwort zu 1, 2 und 3: Im Rahmen der gesamtstädtischen Verkehrsprognose werden alle wesentlichen Randbedingungen der regionalen Entwicklung berücksichtigt, so dass das Modell auch Effekte wie großräumige Verkehrsverlagerungen aufgrund von Reisezeitgewinnen berücksichtigen würde. Im Rahmen der aktuellen Planungsaktivität zum „TVO-Lückenschluss“ wurde der Bedarf eines Straßenneubaus festgestellt. Die Untersuchung ergab keinerlei Hinweise auf die Induzierung einer nennenswerten Größenordnung an Durchgangsverkehr zwischen der A 10 und der A 113 (siehe auch Fragen-Antworten-Katalog 2013).

Frage 4: Wie bewertet der Senat den baulichen Zustand der Märkischen Allee und wie verändert sich durch den zu erwartenden zusätzlichen Durchgangsverkehr der Instandhaltungs- und Investitionsbedarf?

Antwort zu 4: Die Bewertung des baulichen Zustandes der Märkischen Allee erfolgte durch das zuständige Straßen- und Grünflächenamt des Bezirkes Marzahn-Hellersdorf:

Die Märkische Allee wurde in den 70er und 80er Jahren in mehreren Bauabschnitten und in unterschiedlichen Bauweisen errichtet. In den Abschnitten in Betonbauweise im nördlichen Abschnitt dominieren Einzelschäden an diversen Betonfeldern. Der weitaus größere, in Asphaltbauweise errichtete Abschnitt besitzt nahezu durchweg eine altersbedingt verschlissene Asphalt-Deckschicht mit teilweise offenen Nähten und auf Grund der hydraulisch gebundenen Tragschicht etliche Querrisse. Insbesondere im mittleren und südlichen Abschnitt haben sich Spurrillen herausgebildet, die darauf schließen lassen, dass auch eine Schädigung der Binderschicht eingetreten ist. Je nach verwendetem Deckschichtmaterial sind örtlich (zumeist in Stauraumbereichen) flächenhafte Ausmagerungen der Deckschicht vorhanden. Tragfähigkeitsschäden sind eher punktuell erkennbar. Auf Grund der Streckenlänge und der verfügbaren Haushaltsmittel sind Unterhaltungsmaßnahmen immer nur örtlich begrenzt durchführbar. Für die Unterhaltung müssen hier jährlich um die 200 T€ aufgewendet werden. Mittelfristig wird eine investive Erneuerung jedoch unvermeidbar sein.

Die in der Zuständigkeit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt befindlichen vier Brücken im Zuge der Märkischen Allee befinden sich in einem befriedigenden- bis ausreichenden Zustand. Hinsichtlich einer Veränderung des Instandhaltungs und Investitionsbedarfs in Folge eines zusätzlichen Durchgangsverkehrs wird auf die Antwort zu 1 verwiesen.

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