Zusammen mit der Initiative für Nachhaltige Entwicklung e.V. diskutieren wir die Frage: Welchen Beitrag leisten Solidarische Ökonomie, Komplementärwährungen und Genossenschaften zu einer nachhaltigen Entwicklung der Gesellschaft?

Seit den 1980er Jahren beobachten wir eine wirtschaftliche Entgrenzung: Unter der Doktrin des Neoliberalismus und der Deregulierung hat die Finanzspekulation massiv zugenommen, 98% aller Geldflüsse sind heute ohne materiellen Gegenwert. Gleichzeitig wächst mit den Vermögen auch die Verschuldung der öffentlichen und privaten Haushalte immer weiter und die Natur wird rücksichtslos ausgebeutet. Dass das so nicht weiter gehen kann, wurde bereits 1972 im Bericht an den Club of Rome festgestellt: „Grenzenloses Wachstum bei begrenzten Ressourcen ist nicht möglich.“

Unsere These lautet: Nachhaltigkeit braucht Nähe! Räumliche und strukturelle Grenzen, z. B. in solidarischen Gemeinschaften, Vereinen oder Genossenschaften, bieten Schutz vor Kapitalabfluss und der Profitgier Dritter. Nähe schafft Identität und Transparenz und ermöglichen persönliche Kontakte, Kooperation und die Wahrnehmung von eigenen Bedürfnissen und persönlicher Verantwortung. Wir wollen der Frage nachgehen, wo die strukturellen Probleme unseres gegenwärtigen Wirtschaftssystems liegen und welche Alternativen es gibt. Mit unseren ReferentInnen diskutieren wir darüber:

* Warum muss die Wirtschaft wachsen? Was würde bei Stagnation passieren?
* Welche Rolle spielt das Geld im Wirtschaftssystem?
* Welche ökonomischen und sozialen Vorteile bringen regional begrenzte Wirtschaftskreisläufe und Regionalwährungen?
* Welche Lösungen bieten Genossenschaften und Solidarische Ökonomie?
* Sind Absprachen zwischen Verbrauchern und Erzeugern schon eine Lösung, oder werden zusätzlich Finanzierungsmöglichkeiten benötigt?

Statt einer klassischen Podiumsdiskussion soll die Veranstaltung nach der Methode „Fishbowl“ stattfinden. Nach einem kurzen Input durch die ReferentInnen kann sich das Publikum aktiv und selbstgesteuert in eine offene Diskussion einbringen, wobei sich immer vier Diskutierende in der Mitte, im Goldfischglas, befinden und durch andere TeilnehmerInnen ausgetauscht werden können. Dadurch kann jedeR zu Wort kommen und die Diskussion kann auf die Themen fokussiert werden, die den TeilnehmerInnen als besonders wichtig erscheinen.

Elisabeth Voß ist Betriebswirtin und Publizistin, Redaktionsmitglie der CONTRASTE und Expertin für Solidarische Ökonomie

Niko Paech ist Professor für Produktion und Umwelt an der Uni Oldenburg mit den Forschungsschwerpunkten Umweltökonomik und Nachhaltigkeitsforschung

Ort: Grimm-Zentrum der Humboldt-Universität zu Berlin, Auditorium, Geschwister-Scholl-Str. 1/3, 10117 Berlin

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