Ich bin völlig entsetzt vom Vorschlag von Stefan Komoß (SPD), Bildungsstadtrat in Marzahn-Hellersdorf, Flüchtlingskindern den Schulbesuch zu verwehren. Der Taz gegenüber fragt er: „ob es nicht sinnvoller ist, wenn sie in separaten Schulen lediglich Deutsch lernen oder etwas lernen, was sie in ihrer Heimat brauchen“. Und sagt weiter: „Wir brauchen eine politische Diskussion, ob Kinder, die nicht auf Dauer in Berlin bleiben, dieselbe Bildung brauchen wie Kinder, die auf Dauer hier leben.“

Ich sage ganz deutlich: Jedes Kind hat das gleiche Recht auf bestmögliche Bildung. Dabei hat selbstverständlich nicht jedes Kind Bedarf an der selben Bildung. Aber das ist kein Grund für jedes Kind eine eigene Schule zu bauen. Die Diskussion unseres Bildungssystems der letzten Jahr hatte einen eindeutigen Trend zu mehr gemeinsamen Lernen. Diesen Weg verfolgt (bisher) auch der Rot-Rote Senat mit den Gemeinschaftsschulen.

Es ist unglaublich, dass hier ein SPD-Stadtrat nun gerade die Zukunftschancen für Flüchtlingskinder – deren Situation schon so schwer genug ist – in Frage stellt.

Ich unterstütze ausdrücklich die Forderung des Flüchtlingsrates Berlin an. Dieser fordert Bildungssenator Zöllner auf, sicherzustellen, dass jedes schulpflichtige Kind in Berlin unverzüglich einen Schulplatz erhält, unabhängig von Herkunft und Aufenthaltsstatus.

[UPDATE] Ich freue mich, dass der Bildungsstadtrat von Marzahn-Hellersdorf (Stefan Komoß (SPD)) die von der TAZ berichteten Äußerungen klar gestellt hat.

„Selbstverständlich sollen die Kindern nach dem absolvierten Deutschunterricht in einer regulären Grund- oder Oberschule weiter lernen“

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