Die inzwischen regelmäßigen Vorfälle am Biesdorfer Baggersee machen deutlich, wie groß der Handlungsbedarf inzwischen geworden ist. Das Ufer des Sees wurde von Bezirksamt in den letzten Jahren zu einem „Strand“ hergerichtet. Da in dem See Baden aber nicht erlaubt ist, blieben die dazugehörigen Maßnahmen Sicherungsmaßnahmen (z.B. RettungsschwimmerInnen) jedoch aus.

Neben übermäßigem Konsum von Alkohol – was sicher kein spezielles Problem des Biesdorfer Baggeesee ist – gab es zuletzt einen Badeunfall eines Sechsjährigen. Dies muss zukünftig verhindert werden – hierzu muss sich das Bezirksamt entscheiden. Strand mit Badenutzung oder kein Strand!

Auch die in den letzten Jahren immer stärkere „Übernutzung“ der Grünflächen rund um den See sind Konsequenzen des politischen Handelns. Vor der Schließung des Biesdorfer Parkes gab es weitere Möglichkeiten für Jugendliche sich in den Abend- und Nachtstunden zu treffen. Schon damals gab es übermäßigen Alkoholkomsum oder zerschmissene Flaschen. Statt jedoch den Versuch zu starten Lösungen zu finden (die damalige Jugend-BVV forderte einen echten Dialog von Verwaltung und ParknutzerInnen und wurde von Streetworkern unterstützt), begann das PDS geführte Bezirksamt mit einer Politik der Verdrängung. Der Park wurde eingezäunt und nachts geschlossen (anfangs räumte die Polizei abendlich den Park).

In den letzten Jahren hat sich der Biesdorfer See zu einem Anziehungspunkt mit all den dazugehörigen Problemen entwickelt. Im Unterschied zum Biesdorfer Park ist die nutzbare Fläche aber viel kleiner. Mit dem vom Bezirksamt eingeführten Alkoholverbot wird leider keines der Probleme gelöst. Ich finde auch eine Verdrängung wie in früheren Jahren kann hier keine Lösung sein. Vielleicht können wir hier etwas von den positiven Erfahrungen der Mediation an der Admiralbrücke lernen.

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